19.04.2009
Ausgabe 2/2009, S. 11
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Fehler im Praxisalltag

Laborbefund auf Abwegen

In der Rubrik „Fehler im Praxisalltag“ stellen wir typische Alltagsfehler vor. Dieses Mal geht es um einen Laborbefund, den keiner kannte.
Comiczeichnung Äskulapstab

Aus einer Praxis wird folgendes Ereignis berichtet:

Was ist passiert?

Ein krankhaft erhöhter Wert eines Tumormarkers (PSA) bei einer Vorsorgeuntersuchung wurde ohne Kenntnisnahme durch den Arzt in die Patientenakte einsortiert. Der Befund wurde dem Arzt durch die Arzthelferin nicht vorgelegt.

Was war das Ergebnis?

Erst bei einer erneuten Vorstellung des Patienten nach 1,5 Jahren fiel der pathologisch erhöhte Wert auf. Im Fall einer tatsächlichen Tumorerkrankung kann das dazu führen, dass eine lebenrettende Operation unterbleibt.

Welche Gründe können zu diesem Ereignis geführt haben?

Hauptgrund war hier die Unaufmerksamkeit der Arzthelferin, auch unzureichende Organisationsstrukturen spielen eine Rolle.

Wie hätte man das Ereignis verhindern können?

Der Arbeitsablauf in der Praxis sollte so beschaffen sein, dass sicher verhindert wird, dass ein ungelesener Befund in der Patientenakte landet.

Kommentar des Instituts für Allgemeinmedizin:

Dass ein pathologischer Laborbefund nicht registriert wird, ist wahrscheinlich ein häufiger Fehler – nicht nur im ambulanten Bereich. Die Folgen sind offensichtlich: Es erfolgt keine Benachrichtigung des Patienten und es werden keine weiteren Maßnahmen eingeleitet. Folgende Tipps können weiterhelfen:

Dr. Isabelle Otterbach
Dr. Barbara Hoffmann