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Diabetes mellitus Typ 1 und Typ 2
Hausarzt Handbuch
Das Handbuch zum Disease-Management-Programm (DMP) Diabetes
vom Deutschen Hausärzteverband und der AOK


Umsetzung von DMP in der Hausarztpraxis

Disease-Management-Programm
Diabetes mellitus Typ 2

Eine valide Option

Portrait
Dr. Rolf Hoberg
AOK-Bundesverband
Portrait
Prof. Klaus-Dieter Kossow
Deutscher Hausärzteverband




Konsequente Hausarztorientierung als Kern
der Disease-Management-Programme

Kaum eine andere gesundheitspolitische Initiative hat unter den Beteiligten im Versorgungsgeschehen eine so kontroverse Diskussion ausgelöst wie die Einführung der Disease-Management-Programme (DMPs). Über diese Kontroverse ist das Entwicklungspotenzial der Disease-Management-Programme für die Weiterentwicklung der Versorgungsqualität von Bürgern, die an chronischen Erkrankungen leiden, aus dem Gesichtsfeld der öffentlichen Diskussion geraten.

Der AOK-Bundesverband und der Deutsche Hausärzteverband haben ein gemeinsames Projekt initiiert, um die Chancen darzustellen und zu nutzen, die DMPs für alle Beteiligten bieten.

Wir sind zutiefst überzeugt, dass DMPs dem Hausarzt die Instrumentarien an die Hand geben, um eine für ihn transparente, zielorientierte sowie praxisnahe Qualitätssicherungsstruktur aufzubauen. Dieses Handbuch enthält viele Hinweise für eine optimierte Versorgung von Typ-2-Diabetikern.

Für den Hausärzteverband bedeutet die Einführung der DMPs eine konsequente Weiterentwicklung seiner Grundposition, die hausärztliche Arbeit als einen wesentlichen Beitrag der Sicherstellung einer angemessenen und verantwortlichen medizinischen Versorgung von chronisch Kranken zu betrachten. Der Hausärzteverband und die AOK sind dabei der festen Überzeugung, dass dieses Ziel nur durch eine konsequente Hausarztorientierung erreicht werden kann, die mit einer für Hausärzte durch Hausärzte entwickelten Fortbildung verbunden ist. Dieser Kooperationsprozess auf der gesundheitspolitischen Ebene bildet sich auch auf der alltagspraktischen Ebene der Behandlung der Patienten ab. In der Vergangenheit war die zentrale Frage bei der Entscheidung, wie ein Patient im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung zu behandeln sei, die Interpretation des § 12 SGB V. Wie interpretiert man die Begriffe „zweckmäßig, notwendig und wirtschaftlich“? Die Interpretation dieser drei Schlüsselbegriffe definiert implizit im GKV-Bereich den Rahmen möglicher klinischer Entscheidungen. In der traditionellen gesundheitspolitischen Auseinandersetzung standen sich hier medizinische Expertenmeinung auf der ärztlichen Seite und das Bemühen der Kassen um eine finanzierbare Versorgung unversöhnlich gegenüber. Diese Diskussion wurde in weiten Teilen nicht aus der Position der beiden Partner geführt, sondern von klinisch wissenschaftlichen Experten, deren Position oft schwer auszumachen war. Die damit programmierten konträren Interessen haben gerade hausärztliche Vertragsärzte und die gesetzlichen Krankenkassen in erhebliche medizinische und finanzielle Konflikte gebracht.

Gemeinsam anerkannte
wissenschaftliche Grundlagen der Versorgung

Indem der Gesetzgeber nun die Methode der evidenzbasierten Medizin als Grundlage für die Behandlung von chronisch Kranken beschreibt, wird die Interpretation der Schlüsselbegriffe des § 12 SGB V tief greifend verändert. Durch die Nutzung der Methode der evidenzbasierten Medizin bei der Festlegung der medizinisch wissenschaftlichen Grundlagen der DMPs einigen sich die Partner auf gemeinsam anerkannte wissenschaftliche Grundlagen der Versorgung. Dies eröffnet die Perspektive, die medizinische Versorgung chronisch Kranker jenseits der politischen Auseinandersetzungen von Experten und Interessensgruppen zu organisieren und die damit verbundenen Werteentscheidungen gemeinsam zu tragen.

Um diese aus dem Selbstverständnis unserer beiden Organisationen erwachsende Kooperation unter den harten Alltagsbedingungen der hausärztlichen Praxis Realität werden zu lassen, gibt es nur einen Weg: die konsequente Unterstützung der Hausärzte bei der Umsetzung der DMPs. Der Hausärzteverband und der AOK-Bundesverband verstehen dieses Handbuch als einen wichtigen Beitrag hierzu. Es soll den Hausarzt unterstützen, den Transfer der Disease-Management-Programme in seine alltägliche ärztliche Arbeit zu realisieren.

 

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