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Kapitel 2.2: Komplikationen und Folgeerkrankungen | Peter T. Sawicki, Burkhard John | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Ziel der Therapie des Diabetes Typ 2 ist die Vermeidung von Symptomen, die direkt mit der Erkrankung im Zusammenhang stehen, sowie die Verzögerung von Folgeerkrankungen. Hierzu sind Vorgaben z.B. für den Blutzucker und den Blutdruck zu definieren, bei denen die beiden Ziele mit hoher Wahrscheinlichkeit erreicht werden können. Solche Vorgaben, z.B. für das HbA1c, müssen für jeden Patienten individuell definiert werden, denn jüngere Typ-2-Diabetiker haben eine andere Prognose als ältere; die Prognose hängt beispielsweise auch davon ab, ob zusätzliche Erkrankungen wie Hypertonie oder KHK vorliegen. Der Hausarzt muss daher als Koordinator ggf. in Zusammenarbeit mit Gebietsärzten solche Ziele auf der Grundlage der heute verfügbaren Erkenntnisse über die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von Komplikationen definieren können. Neben diesen in Studien nachgewiesenen Wahrscheinlichkeiten spielt natürlich die Anamnese, hier speziell die Familienanamnese, und die komplexe Kenntnis über den individuellen Fall eine wesentliche Rolle. Makrovaskuläre KomplikationenPatienten mit Diabetes mellitus Typ 2 weisen gegenüber Nichtdiabetikern ein deutlich erhöhtes makrovaskuläres Morbiditäts- und Mortalitätsrisiko auf und sind daher überwiegend durch kardio- und zerebrovaskuläre Erkrankungen bedroht. In Tabelle 2.2.1 sind beispielhaft die in einer großen Populationsstudie ermittelten Risiken, innerhalb von sieben Jahren einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden, sowie die kardiovaskuläre Sterblichkeit in diesem Zeitraum aufgelistet.
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Therapieziele für jeden Patienten individuell definieren |
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| Typ-2-Diabetiker haben wesentlich häufiger eine KHK als die Normalbevölkerung |
Kardiovaskuläre KomplikationenEs wird eine mindestens zwei- bis vierfach erhöhte Inzidenz einer koronaren Herzkrankheit bei Typ-2-Diabetikern im Vergleich zur Normalbevölkerung angenommen. Bei bekannter Inzidenz einer koronaren Herzkrankheit in der Normalbevölkerung in Abhängigkeit von dem klinischen Bild kann mit diesem Wissen häufig ohne weiterführende Untersuchungen eine koronare Herzkrankheit mit hoher Wahrscheinlichkeit angenommen und die entsprechende Therapie eingeleitet werden. Tabelle 2.2.2 zeigt die Wahrscheinlichkeit einer koronaren Herzkrankheit (definiert als mindestens 75%ige Stenose mindestens einer Koronararterie) für 60- bis 69-jährige Menschen mit und ohne Diabetes mellitus Typ 2 nach klinischer Symptomatik. Die zu erwartende diagnostische Sicherheit nach Durchführung einer bestimmten Untersuchung lässt sich in der Regel bereits im Vorfeld abschätzen (siehe Kapitel 1.5 „Wissenschaftliche Risikoabschätzung“, die so genannte Nachtestwahrscheinlichkeit).
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Unter Verwendung von Tabelle 2.2.3 (positives Wahrscheinlichkeitsverhältnis für pathologische Untersuchungsbefunde des Belastungs-EKG) kann die (Nachtest-)Wahrscheinlichkeit für das Vorliegen einer koronaren Herzkrankheit nach Durchführung des Belastungs-EKG unter Verwendung des Fagan-Nomogramms (siehe Kapitel 1.5 „Wissenschaftliche Risikoabschätzung“, das Fagan-Nomogramm) ermittelt werden. (...) |
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